CSN&Y Deja Vu

Posted by klausd in film, music on July 19th, 10:58

Als ich im Kino war und der Film anfing, fiel mir ein, CSN&Y mochte ich doch gar nicht. Deja Vu hab ich mir als CD nicht nachgekauft und die Band auch nicht vermißt. Neil Young als Solo Künstler, vor allem mit Crazy Horse, war mehr mein Ding. Der Film ist von Neil Young über sein Projekt, die 3 Kollegen von vor 40 Jahren waren wohl eher dabei, weil sie in Geldnöten waren, wer weiß. Das Durchschnittsalter 62.5 Jahre und wenn man genau hingesehen hat, kam unwillkürlich die Frage auf, ob die Statistik nicht geschönt ist. Crosby und Stills sehen jetzt auch mehr den Wildecker Herzbuben ähnlich, die Bühne muß schon so einiges aushalten.
Aber CSN&Y sind in den USA die 68er Ikone und mit ihren Protestsongs gegen Rassendiskriminierung und den Vietnam Krieg quasi Heilige, vielleicht hat die Freedom of Speech Tour auch nur deshalb so funktioniert mit dieser Reminiszenz an Good old days. Der Film ist auch weniger eine Tour Dokumentation oder Portrait der Musiker, sondern zeigt die Auswirkungen des Irak Krieges auf die amerikanische Gesellschaft. Interessant sind die Reaktionen beim Konzert in Atlanta bei Lets impeach the president.

film: xxy

Posted by al:x in film on July 14th, 22:38

Die Plot Keywords zu XXY können durchaus abschreckend wirken und in der Tat wird derbe Kost serviert. Heitere Szenen sind selten, sogar die Liebesgeschichte ist tragisch!

film_xxy

Ins Detail über den Inhalt mag ich nicht gehen, ich war einmal doch sehr überrascht, dank meiner Ich les’ vorher nix Strategie.

Leider in diesem Jahr der einzige Film, den ich beim spanischen Filmfest gesehen habe. Versprochen, im August gibt es wieder regelmässiger Film an dieser Stelle.

YYYYYYYYNN

Hey James

Posted by klausd in music on July 11th, 14:05

Nach Pulp, Oasis und Blur ist James die wohl letzte verbliebene BritPop Bastion. Und als wenn sie gar keine Pause eingelegt hätten, klingen James vital=frisch & machen nach 7 Jahren Pause weiter, wieder mit Andy Diagram an der Trompete und Saul Davies an der Violine.
In einer Rezension über Paul Wellers 22 dreams stand eine nette weil treffende Bemerkung über Oasis, die “ödesten, untalentiertesten, uninspiriertesten Kopisten…”, “die seinerzeit mit ihrer Beatles-Coverband Oasis einige Erfolge feierten”. Grande Adios, wie man in ein paar Nebensätzen eine Band in die Tonne treten kann. Da kann man was lernen, und es macht ja auch mehr Spaß, Musiker runter zu machen als Nettigkeiten zu schreiben. Aber Oasis&deren Attitüde mag ich trotz allem, auch weil sie Simply Red so schön runtergemacht haben.
James hatte ich lange nicht mehr auf meinem Einkaufszettel, waren quasi weg und wenn ich nicht nach langer Pause den NDR Nachtclub mit Paul Baskerville gehört hätte, das Come Back hätte ich verpaßt. Die eine Zeile aus Hey Ma geht mir nicht mehr aus dem Kopf: Hey Ma, the boys in body bags coming home in pieces. Und was haben sich die Gallaghers, um da noch mal draufzuhauen, nicht zusammengestoppelt - so ganz und gar nicht Beatles- like.
Also ganz klare Kaufempfehlung für James:Hey Ma, die ganze CD ist einfach gut.

film: Vratné lahve

Posted by bjs in film on July 8th, 19:32

Also auch hier zum Anfang der Satz, der wohl so etwas wie sein muss: Vratné lahve (Leergut) ist der erfolgreichste tschechische Film aller Zeiten. Hätten wir das.

Josef (Zdenek Sverák) hat auch nach seiner Pensionierung weiter als Lehrer gearbeitet. Bis auch er merkt, dass er den Anforderungen, die ihm dieser Beruf stellt, nicht mehr gewachsen ist. Er kündigt, doch in Ruhestand will er noch nicht gehen. Er lehnt die Angebote zum Spazierengehen des Alte-Herren-Clubs ab und sucht nach einer neuen Tätigkeit. So versucht er sich zuerst als Fahrradkurier und landet kopfüber erst in einem Garten und bald in der Leergut-Annahme des Supermarktes.
Hier bringt er den schweigsamen Kollegen Schneider erst zum Reden und dann unter die Haube und auch für den Jungen am Reisswolf hat er eine Überraschung parat. Nebenbei gibt er Informationen über das Tagesangebot, bringt Einkäufe zu einer Tante, mit der er nicht verwandt ist und holt sich Anregungen für seine Phantasien bei dem Mann, der seine Tochter grade verlassen hat, braucht ein Rezept für Viagra und muss sich auch noch gegen die Installation eines Automaten in der Flaschenannahme wehren.

Ein Film mit viel Humor, der eher dem Charme eines Augenzwinkerns folgt, als einem sicheren Schenkelklopfer. Ein Film mit Charakteren, die Altern und dabei so jung beim Spielen wirken. Und ein wunderbare Darstellung einer alternden, alten Ehe. Und allem, was es braucht, um wieder jung zu werden.

film: shine a light

Posted by bjs in film on July 6th, 16:31

Gleich zum Anfang einer der Sätze, die wohl zu Filmen wie diesem usus sind: Für Rolling Stones - Fans ist der Film eh Pflicht. So das hätten wir.

Auf dem Weg zum Kino unterhielten wir uns darüber, dass die Stones mal ein Einreiseverbot in die USA hatten. Oder wie ihre Fans die Berliner Waldbühne zerlegten. Natürlich auch die Erhebung in den Ritterstand von Mick Jagger - oder die Absage von Konzerten, weil Keith Richards (wohl stark betrunken) von einer Palme gefallen war. Wo ich sonst zur Einstimmung auf ein Konzert die alten Platten oder Kassetten noch mal rauskrame, waren es hier also kleine Geschichtchen und Episoden.

Ähnlich arbeitet auch der Film. In die Aufnahmen von den beiden Konzerten werden immer wieder Sequenzen aus der Geschichte der Band oder auch der Vorbereitung auf diese Aufnahme eingestreut. Allein rund wird die Sache dadurch nicht. Die Vorbereitung und das Umfeld wird nur sehr verkürzt beleuchtet, die Geschichte nur in Episoden, die den Mythos unterstreichen oder einem ein Grinsen abringen.

Die Konzertaufnahmen bringen einen sehr nahe an die Stones heran. Und hier Hut ab! vor dem Druck, die ältere Herren auf der Bühne bringen. Dies ist auch der Bonus an diesen Aufnahmen. Wenn auch die Kameras die Geschwindigkeit dieser älteren Herren nicht immer folgen können.
Der gemeinsame Auftritt mit dem Blues-Musiker Buddy Guy ist hier für mich der absolute Höhepunkt. Hier zeigt sich die Spielfreude, der Hauch eines Jams mitten auf der Bühne, die Liebe zu dem, was sie die Stones seit Jahrzehnten tun, am deutlichsten.

Für mich konnte sich der Film nicht zwischen Konzertfilm und Doku entscheiden. Und dies ist auch die größte Schwäche. Keine neuen Blickwinkel, (nur) die guten, alten Rockposen und die alten, bekannten Lieder. Es war nicht live. Es war nicht die Waldbühne. Die Stühle stehen noch.

Die alten Platten habe ich danach dann trotzdem rausgekramt.

film: prête-moi ta main

Posted by al:x in film on June 28th, 07:18

Luis Costa (Alain Chabat), 43 Jahre, ist überzeugter Single. Dabei gibt es allerdings 6 Probleme, seine 5 Schwestern und seine dominante Mutter. Alle seine Schwestern leben in glücklichen Beziehungen mit ordentlich Nachwuchs (er ist Onkel von 12 Nichten). Die Damen versuchen penetrant ihn zu verkuppeln. Jeden Tag taucht eine andere Anwärterin auf, sogar ein Anwärter ist dabei und letztendlich reicht es Luis, er beschliesst etwas zu unternehmen.

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Natürlich ergibt er sich nicht, stattdessen ersinnt er einen Plan, wenn er der Familie eine Schwiegertochter vorstellt, die ihn dann vor dem Altar sitzen liesse, sollte das Thema für eine Weile vom Tisch sein. Er bezahlt also Emma (Charlotte Gainsbourg) seine Verlobte zu spielen und sie macht ihre Sache gut!

Das Ende von Prête-moi ta main ist nicht wirklich überraschend, die Figuren sind jedoch wunderbar sympatisch, interessant und die Geschichte abwechslungsreich, mit Szenen zum lautem Lachen, sehr angenehm.

YYYYYYYNNN

film: blades of glory

Posted by al:x in film on June 26th, 21:30

Ein Sport Film, die ungleichen Rivalen des glatten Untergrunds Chazz Michael Michaels (Will Ferrell) und Jimmy MacElroy (Jon Heder) liefern sich während einer Siegerehrung einen Faustkampf vor laufender Kamera. Was man sonst nur vom Eishockey kennt, führte hier direkt zum Ausschluss vom Mens Figure Skating für beide Beteiligten.

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Der Rocker Michaels arbeitet von nun an in einer Eisrevue für Kinder und Weichspüler MacElroy hilft in einem Sportgeschäft Kindern in die neuen Schlittschuhe. Zurückhaltend könnte man das als Karriereknick bezeichnen. Doch es gibt eine Chance für ein Comeback, die Blutfeinde müssen zusammen aufs Eis, denn für ’s Paarlaufen gilt die Sperre nicht!

Natürlich gibt es die klassischen Anspielungen, Ferrells Mimik spricht Bände. Die Kostüme sind fantastisch und selbst die Skateszenen sind sehenswert. Und komisch ists auch noch, was will man mehr!?

YYYYYYNNNN

film: jcvd

Posted by al:x in film on June 24th, 00:02

Jeder hat so seine Jugendsünden, so gebe ich hier zu in früher Kindheit Jean-Claude van Damme Filme gut gefunden zu haben (und ich war nicht allein), na egal, jedenfalls merkte man bald, dass ausser cooler Action nicht viel mehr war, in Interviews machte er sich regelmässig lächerlich und auch das gute Sportler Image hielt nicht lange stand. Und heute? JCVD ist zurück, ähem zumindest in meinem Wahrnehmungskreis (offiziell hat er nämlich kaum grössere Lücken in seinem Filmschaffen). Warum bin ich ins Kino? Zum einen deutet der Titel eine Änderung an, er spielt keine Rolle sondern ist er selbst. Zum anderen hat mich der Trailer neugierig gemacht, Jean-Claude im Casting für seine Person schickt alle Mitbewerber weg, was den Casting Director (der, wie sich später herausstellte, im Film eine andere Rolle hat) zur Verzweifelung treibt und ja, ich habe gelacht.

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Jean-Claude hat diverse Probleme, er kämpft vor Gericht um das Sorgerecht für seine Tochter, kann seine Anwaltsrechnungen nicht bezahlen und nun schnappt ihm Steven Seagal auch noch die rettende Rolle weg. Zurück in seiner Heimat Belgien wird er erkannt, die Menschen lächeln, lassen sich mit ihm fotografieren doch plötzlich sieht er sich in der Post verbarrikadiert einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gegenüber. Wie konnte es nur so weit kommen?

Der Film ist eine Kommödie die zum Thriller bzw. Drama mutiert, dabei sein Augenzwinkern aber nie verliert. Meine Erwartungen waren einigermassen hoch, und ich kann sagen die schauspielerische Leistung van Dammes sowie die starke persönliche Note sorgten für Übererfüllung! Ganz grosser Tip!

Schönes Detail, in zwei Szenen gibt es ein Cashback Poster im Hintergrund und gelegentlich erinnerte mich der Film an Dog Day Afternoon, was auch nicht die schlechteste Referenz ist.

YYYYYYYYYN

film: paranoid park

Posted by al:x in film on June 22nd, 23:01

Im Paranoid Park fährt man Skateboard oder hängt einfach ab. So auch der heranwachsende Alex (Gabe Nevins), für das Selbstfahren fühlt er sich jedoch noch nicht bereit. Eines Abends wird er dann in den Unfalltot eines Wachmanns verwickelt. Da (s)ein Skateboard dabei eine nicht unwichtige Rolle spielt, ist die Polizei bald an seiner Schule und befragt alle Skateboarder.

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Auch daheim herrscht keine heile Welt, seine Eltern trennen sich. Seine Freundin drängt ihn zum ersten Sex. Alles zusammen scheint zuviel für den Teenager.

Sicher nicht das beste Werk von Gus Van Sant … Mandelaugenunschuld.

YYYYYYNNNN

film: peur(s) du noir

Posted by al:x in film on June 11th, 00:08

Peur(s) du noir bedient Grundängste, die Angst vor dem Dunkel und all dem, was die Fantasie des Einzelnen dann daraus entstehen lässt. Böse Männer, blutrünstige Bestien, Geister aber auch sehr subtil ein scheinbar leeres Haus, nur durch den Schein von Kerzen erhellt, draussen ein Schneesturm … und immer wieder der Alptraum, der mit der Realität verschwimmt.

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Und die Mittel sind so einfach wie wirkungsvoll, einfache Comiczeichnungen, die etwas an Persepolis oder Renaissance erinnert aber trotzdem nicht abgekupfert wirkt. Die Umsetztung als nicht Realfilm erlaubt einen viel höheren Detailgrad, der mir allerdings teilweise negativ aufstiess, in anderen Szenen wieder nur Andeutungen und Geräusche und sonst nur Dunkelheit.

Diese Beklommenheit beim Schauen eines Animationsfilmes hatte ich bisher nur bei Perfect Blue. Die feuchten Hände habe ich aber mal auf die laue Sommernacht geschoben ;-)

YYYYYYYYNN