film: underground
Posted by al:x in film on November 29th, 22:16Der Film Underground von Emir Kusturica wurde 1995 mit der goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet. Allein ist das ja noch kein Qualitätskriterium aber vielleicht zumindest ein Hinweis.
Der Film beginnt mit einer grotesken Szene; zwei offenbar Betrunkene fahren auf einer Kutsche gefolgt von einer Gruppe Bläser, die die Szene mit Musik unterlegen. Marko und sein Freund Blacky feiern Blackys Eintritt in die kommunistische Partei. Das Blasensemble wird einem im Film noch häufiger begegnen.

Darauf folgt ein Luftangriff auf das bisher vom Krieg verschont gebliebene Belgrad. Zentraler Handlungspunkt hier ist ein Zoo — hier sind die Tiere die Hauptleidtragenden. Diese Tatsache führt vor Augen, wie verroht man bereits ist, wenn Menschen sterben. Gibt es eigentlich eine Art Kodex, dass Tiere in Filmen nicht zu Schaden kommen dürfen? Während der nun folgenden deutschen Besatzung wird die Situation für Blacky immer gefährlicher und Marko versteckt ihn und andere Aktivisten in seinem Keller, wo sie für den Widerstand Waffen produzieren.
Als der Krieg 1945 vorbei ist, passt Marko die Geschichte seinen Interessen entsprechend etwas an und ‘vergisst’ zu erwähnen, dass der Krieg längst vorbei ist. Dies geht über viele Jahre so und die Leute im Untergrund produzieren weiter Waffen. Bis sie eines Tages (50 Jahre später) wieder an die Oberfläche drängen und ihr Land im Krieg vorfinden.
Fast drei Stunden skuriler Humor mit der Thematik angemessenem dramatischen Einschlägen. Die TV Version ist lt. dieser Webseite sogar 300 Minuten lang. Man sollte mal schauen, ob der mal wieder irgendwo läuft — ob es wohl Sinn macht (kommt von make sense *g*), mal bei ARTE nachzufragen …











