törn bericht

ÜbersichtskarteDer Törn führte uns von Lelystad durch das Ijsselmeer, Wattenmeer, nach draußen in die Nordsee, bei Terschelling zurück in die Wattensee und dann bei Kornwerderzand zurück ins Gezeiten freie Gewässer, wo ich dann in Enkhuizen von Bord ging. Wir waren zu sechst und hatten eine Bavaria 36 mit Namen Franziska gechartert. Wir gingen am 23. September an Board und legten dann am Sonnabend ab, der 30. September war mein letzter Tag an Board. Mit dem Wetter hatten wir super Glück, schöner Wind und sogar Sonne.

erster TagAm ersten Tag sind wir bei Lelystad vom Markermeer ins Ijsselmeer geschleust. Dann haben wir mit dem Mut der Verzweiflung Segel gesetzt konnten aber mit nur zwei Windstärken nicht viel Fahrt machen. Da wir spät abgelegt haben (Einkäufe vor Törnbeginn) und der Schlag recht ordentlich war, haben wir dann den ersten Tag mit Motoren in die Nacht abgeschlossen. In Medemblik haben wir dann erst nach Einbruch der Dunkelheit festgemacht.

zweiter TagAm zweiten Tag ging es dann bereits in die Wattensee, wir schleusten in Den Oever und segelten unter Nutzung der einsetzenden Ebbe durch die Wattensee bis zu unserem Zielhafen Oudeschild auf Texel. Der Wind hatte entgegen den schlechten Voraussagen aufgefrischt, wobei der Dank einem Sturmtief bei Island gebührt, das uns in dieser Woche noch häufiger beschäftigen sollte.

dritter TagDa wir am dritten Tag auf die Unterstützung durch die Gezeiten beim Einlaufen nach Vlieland hofften (mit der Flut), war das Ablegen für 5 Uhr Morgens vorgesehen. Um diese Zeit gab es allerdings ein Gewitter und wir entschieden uns für eine weitere Stunde Schlaf. Eine Taktik die uns bei diesem Törn noch mehrfach optimale Bedingungen bescherrt hat. Wir segelten in der Nordsee fast bis an die Schiffartsstrasse nach Hamburg, haben dann noch einen Schlenker um eine Ölplattform veranstaltet und sind dann nach über 12 Stunden bei super Wetter in Vlieland eingelaufen. In Vlieland haben wir den Tag mit einem strammen Strandspaziergang ausklingen lassen und sind nach einem lecker Essen (danke Paula) in die Kojen entschwunden.

vierter TagDer vierte Tag fing zum Glück deutlich später als der vorherige an ;-) das geplante Programm war auch deutlich kleiner. Und es schien als sollte der Segeltrip sogar noch kürzer als ursprünglich geplant ausfallen, angesagt war nämlich Windstärke 7, bei der das Auslaufen lt. Chartervertrag nicht erlaubt gewesen wäre. Um 14.00 Uhr allerdings klarte die Sicht plötzlich auf, der Wind ließ nach und der Wetterdienst gab Entwarnung. Unser Ziel für den Tag konnte man bereits beim Lossegeln sehen, der direkte Weg schied allerdings mangels verfügbarer Wassertiefe aus. Der einzige Weg für uns führte durch eine schmale Wasserstrasse auf der wir zum Glück nicht der Fähre begegneten, die dort auch verkehrt.

fünfter TagMit ordentlich Wind aus westlicher Richtung kreuzten wir am fünften Tag zurück, um dann nach süd-osten Richtung Harlingen zu segeln. Zwischen Harlingen und Kornwerderzand ist die Tiefe allerdings eigentlich nicht ausreichend. Wir mußten also bei Hochwasser an der kritischen Stelle sein. Daher gab es noch eine Hafenrundfahrt in Harlingen. Mit Süd-West Wind haben wir diese Strecke aber leider motoren müssen. Nach dem Schleusen haben wir dann aber noch einmal Segel gesetzt und den Tag so ausklingen lassen.

sechster TagDer für mich letzte Tag begann relativ spät, da wir noch eine Nachtankunft in Enkhuizen geplant hatten. Unser Plan besagte einen Zwischenstop in Hindeloopen, wo es lecker Fischbrötchen geben sollte. Die Überfahrt dort hin war begleitet von einem ordentlichen Gewitterschauer, was leider auch den Fischbrötchenverkäufer zum Feierabend bewegt hatte. Auch unsere geballte Kaufkraft konnte ihn nicht mehr überzeugen. An diesem Abend hatten wir dann auch noch ein Nachtsegeln, welches ja am ersten Tag mangels Wind ausgefallen war. In Enkhuizen hatten wir dann wider Erwarten super Glück im Stadthafen anlegen zu können. Der ist normalerweise voll und Chancen hat nur derjenige, der früh ankommt (was nicht wirklich auf 22.00 Uhr zutrifft).

Alles in allem ein Törn, an den ich noch lange zurückdenken werde, vielen Dank an alle Crewmitglieder und natürlich besonderen Dank an den Skipper. Technische Unterstützung gabs von Google Earth, mit dem ich die — so finde ich — sehr eindrucksvollen Satelitenbilder zusammengestellt habe.

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