Archive for March, 2008

film: bienvenue chez les ch’tis

Posted by al:x in film on March 11th, 06:48

Die Einwohner des äussersten Norden Frankreichs, in Nord-Pas-de-Calais, werden landläufig ch’tis genannt. Geprägt vom Bergbau und dessem Rückgang in den letzten Jahren, gibt es viele Vorurteile über die Region und deren Bewohner: einfache Leute, geringe Bildung, triste Gegend. Die Tatsache, dass der lokale Dialekt für den Normalfranzosen nur schwer zu verstehen ist, ist nicht hilfreich. Die Küstennähe sorgt für kühles, nasses Klima.

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Und genau dorthin wird Philippe Abrams (Kad Merad) strafversetzt, genau genommen in den kleinen Ort Bergues unweit von Dunkerque. Dort muss er für mindestens zwei Jahre die lokale Post leiten. Und Philippe hat sie alle, die Vorurteile! Jeder der von seinem Schicksal hört, hat Mitleid mit ihm, was ihn in seiner Meinung nur bestärkt … er muss in die Hölle!

Dur! Dur! Dur! … Moins quarante … chez le Nord!

Als er dann ankommt ist natürlich auch alles wie erwartet, es regnet in Strömen, er versteht kein Wort (na wenigstens ging es da dann nicht nur mir so ;-)), die Menschen sind irgendwie komisch, irgendwie anders. Doch schon bald, muss er erkennen, dass der erste Eindruck täuschte, die Sonne scheint, seine Kollegen sind nicht übel, sie nehmen ihn freundlich auf und erklären ihm alsbald die sprachlichen Besonderheiten (eine Anleitung, die auch dem geneigten Zuschauer noch sehr zu Nutzen kommen sollte). Wieder zu Hause, spielt er jedoch weiter den Gepeinigten, der sich unter Höllenqualen im hohen Norden sein hartes Brot verdienen muss.

Als seine Frau dann beschliesst ihn für eine Woche zu begleiten, bekommt Philippe Panik, dass der Schwindel auffliegt…

Der Film ist saukomisch! Ich habe selten im Kino so lange, so viele Tränen gelacht. Die hervorragenden Schauspieler Kad Merad bzw. sein Kollege Dany Boon (der wirklich aus der Gegend stammt) bringen den Zuschauer bereits durch ihre Anwesenheit zum Lachen.

Der Film ist im besagten Norden bereits eine Woche vor dem offiziellen Start veröffentlicht worden und hat sogar mit dieser begrenzten Veröffentlichung den bisherigen Frankreich Rekord geschlagen: 4,4 Millionen Besucher lockte er in der ersten Woche ins Kino, der bisherige Rekord aus dem Jahr 2006 lag bei 3,9 Millionen in der ersten Woche und wurde von Les Bronzés 3: amis pour la vie aufgestellt.

YYYYYYYYNN

film: the painted veil

Posted by al:x in film on March 9th, 20:11

The painted Veil spielt Anfang des letzten Jahrhunderts in China. Walter (Edward Norton) und Kitty Fane (Naomi Watts) sind verheiratet, doch Kitty liebt Walter nicht, ihre Eltern drängten sie bald zu heiraten und Walter schien eine gute Wahl zu sein. Bald merkte sie jedoch, dass er sie langweilt, sie sucht ein Abenteuer und findet es in Charlie Townsend (Liev Schreiber). Beide treffen sich regelmässig, doch auch Charlie ist verheiratet.

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Die Affäre bleibt nicht lange unentdeckt, und Walter zwingt Kitty mit ihm in ein Cholera Dorf zu gehen, wohin er sich freiwillig als Arzt gemeldet hat. Walter hofft noch immer, dass Kitty zu ihm finden würde.

Die starken Charaktere und die beeindruckende Kulisse geben diesem Film Tiefe, mit ruhiger Stimme wird ein packendes Liebesdrama erzählt.

YYYYYYYYNN

film: the bucket list

Posted by al:x in film on March 7th, 04:43

The Bucket List wollte ich mir eigentlich irgendwann auf DVD holen. Doch bei einer IMDB Wertung von aktuell 7.8/10 kann man doch eigentlich nicht so falsch liegen. Und das für eine Komödie, dazu geben dann Jack Nicholson und Morgan Freeman die Hauptrollen. Also doch noch im Kino…

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Die besagte Liste kennt man in Ansätzen bereits vom fantastischen Knockin’ on Heaven’s Door — dort wird sie Abnippelliste genannt, das Prinzip ist aber das Gleiche: man erfährt, dass man nur noch begrenzte Restlebenszeit hat und erstellt in der Folge eine Liste der Dinge, die man noch machen will bevor man stirbt. Beim Liste machen bleibt es dann natürlich nicht!

Hier ist Morgan Freeman Carter, der Familienvater, der beschliesst noch einmal selbstlos Gutes zu tun und Jack Nicholson als Edward, der ultrareiche aber zwischenmenschlich eher arme Single, der sich über Carters Liste lustig macht und eher noch einmal auf den Putz hauen will! So kommt es also zum ungleichen Zusammenschluss, der natürlich für Beide nicht so verläuft wie gedacht.

Nicholson und Freeman spielen wie gewohnt exzellent, der Film hat dem Thema jedoch nicht viel hinzuzufügen. Ein ganz nettes Ende gibt es doch, auch wenn mir thematisch die Worte Happy End nicht so recht aus der Hand fliessen wollen…

YYYYYYNNNN

film: 2 days in paris

Posted by al:x in film on March 5th, 18:22

Nach Monaten immer noch unausgepackt, erzeugte 2 days in Paris langsam ein gewisses Schuldgefühl. Danke Jan! ;-)

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Zwei Tage Paris, das ist der Zeitraum, der für Marion (Julie Delpy) und Jack (Adam Goldberg) zur Beziehungsprobe wird. Marion, Pariserin ist nach New York gegangen und hat dort den Amerikaner Jack kennengelernt. Jack spricht kein Französisch was die Begegnung mit Marions Vergangenheit kompliziert gestaltet. Marions Eltern halten alle Amerikaner für Idioten und lassen Jack das auch spüren. Jeder Freund von Marion scheint schon einmal mit ihr zusammen gewesen zu sein auch wenn sie das abstreitet. Jack steht oft neben den Gesprächen, er versteht nur wenig und zieht aus Mimik, Gestik sowie Stimmfall so seine Schlüsse. Seine eigene Unsicherheit ist dabei nicht hilfreich! Dazu kommt, dass Marion ihn nur unzureichend mit einbezieht, auf seine Nachfragen hin ist sie ausweichend oder erzählt ihm offensichtlich nicht die Wahrheit.

Ich bin kein Daniel Brühl Fan, aber auch wenn ich einer wäre, würde ich glaube ich nicht verstehen, was er in diesem Film verloren hat.

YYYYYYYYNN

film: the savages

Posted by al:x in film on March 3rd, 00:44

The Savages sind keine Wilden, sondern Wendy (Laura Linney) und Jon Savage (Philip Seymour Hoffman), zwei Geschwister, die nicht viel voneinander halten. Plötzlich sehen sie sich jedoch gemeinsam mit der Situation konfrontiert, dass sie sich um ihren demenzkranken Vater kümmern müssen.

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Die Geschwister haben jeweils grosse Probleme, die sie aber vor dem anderen verbergen, denn das letzte was sie wollen ist Schwäche vor dem Bruder bzw. der Schwester zu zeigen, zuzugeben, dass sie eigentlich selbst Hilfe benötigen. Jeder kompensiert dies auf seine Weise, Wendy versucht besessen das beste Pflegeheim für den Vater zu finden und Jon vergräbt sich in seiner Arbeit.

Der Film flimmerte düster, deprimierend über die Leinwand und doch hatte man am Ende irgendwie ein gutes Gefühl … handelt es sich um den vielbeschriebenen letzten Eindruck!? Oder gibt der Film einfach nur Hoffnung, dass sich scheinbar endlos lange trübe Phasen mit Hilfe guter Freunde oder der Familie überwinden lassen?

Kein heiteres Sommerkino und doch eine Empfehlung, die bei Philip Seymour ja fast blind ausgesprochen werden kann. Laura Linney war für ihre Leistung sogar für den Oscar nominiert, wobei es, wie wir ja bereits wissen, dann aber auch geblieben ist…

YYYYYYYNNN

film: rescue dawn

Posted by al:x in film on March 1st, 18:33

Christian Bale nimmt gerne für seine Rollen ab, bereits beim Maschinisten waren es 63 Pfund, die der Rolle geopfert wurden, bei Rescue Dawn waren es dann erneute 55 Pfund. Zwischendurch hatte er natürlich wieder etwas zugelegt ;-)

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Bale spielt Dieter Dengler, ein US Pilot zu Zeiten des Vietnamkrieges. Bei seinem ersten Einsatz wird er abgeschossen und gerät in Kriegsgefangenschaft. Im Gefangenenlager sind die Bedingungen miserabel: kaum zu Essen (hier sind wir dann auch beim Gewichtsverlust), Nachts werden sie angekettet, Flucht scheint ausgeschlossen. Doch Dengler will sich damit nicht abfinden und arbeitet einen Plan aus. Bald wird das auch bitter nötig, denn die Wärter haben selbst kaum bessere Bedingungen und beschliessen, die Gefangenen auf der Flucht zu erschiessen.

Der Film basiert auf einer realen Begebenheit, erzählt wird Dieter Denglers Geschichte … und das sehr packend! Die Geschichte wurde bereits einmal dokumentarisch, ebenfalls von Werner Herzog, in Little Dieter Needs To Fly verarbeitet.

YYYYYYYYNN