Gleich zum Anfang einer der Sätze, die wohl zu Filmen wie diesem usus sind: Für Rolling Stones - Fans ist der Film eh Pflicht. So das hätten wir.
Auf dem Weg zum Kino unterhielten wir uns darüber, dass die Stones mal ein Einreiseverbot in die USA hatten. Oder wie ihre Fans die Berliner Waldbühne zerlegten. Natürlich auch die Erhebung in den Ritterstand von Mick Jagger - oder die Absage von Konzerten, weil Keith Richards (wohl stark betrunken) von einer Palme gefallen war. Wo ich sonst zur Einstimmung auf ein Konzert die alten Platten oder Kassetten noch mal rauskrame, waren es hier also kleine Geschichtchen und Episoden.
Ähnlich arbeitet auch der Film. In die Aufnahmen von den beiden Konzerten werden immer wieder Sequenzen aus der Geschichte der Band oder auch der Vorbereitung auf diese Aufnahme eingestreut. Allein rund wird die Sache dadurch nicht. Die Vorbereitung und das Umfeld wird nur sehr verkürzt beleuchtet, die Geschichte nur in Episoden, die den Mythos unterstreichen oder einem ein Grinsen abringen.
Die Konzertaufnahmen bringen einen sehr nahe an die Stones heran. Und hier Hut ab! vor dem Druck, die ältere Herren auf der Bühne bringen. Dies ist auch der Bonus an diesen Aufnahmen. Wenn auch die Kameras die Geschwindigkeit dieser älteren Herren nicht immer folgen können.
Der gemeinsame Auftritt mit dem Blues-Musiker Buddy Guy ist hier für mich der absolute Höhepunkt. Hier zeigt sich die Spielfreude, der Hauch eines Jams mitten auf der Bühne, die Liebe zu dem, was sie die Stones seit Jahrzehnten tun, am deutlichsten.
Für mich konnte sich der Film nicht zwischen Konzertfilm und Doku entscheiden. Und dies ist auch die größte Schwäche. Keine neuen Blickwinkel, (nur) die guten, alten Rockposen und die alten, bekannten Lieder. Es war nicht live. Es war nicht die Waldbühne. Die Stühle stehen noch.
Die alten Platten habe ich danach dann trotzdem rausgekramt.